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Architektur > Interieur > Renaissance-Chor
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Renaissance-Chor  
DEFINITION
  • bdk: architektonisches Detail | Duden: Chor: 6. meist nach Osten ausgerichteter, im Innern abgesetzter Teil der Kirche mit [Haupt]altar | 7. a. (bayrisch, österreichisch) Orgelempore | b. (bayrisch, österreichisch) Platz der Singenden auf der [Orgel]empore | Duden: Renaisance: 1. a. von Italien ausgehende kulturelle Bewegung in Europa im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit, die gekennzeichnet ist durch eine Rückbesinnung auf Werte und Formen der griechisch-römischen Antike in Literatur, Philosophie, Wissenschaft und für deren Stil besonders in Kunst und Architektur Einfachheit und Klarheit der Formen und der Linienführung charakteristisch sind | b. Epoche der Renaissance vom 14. bis 16. Jahrhundert | 2. geistige und künstlerische Bewegung, die nach einer längeren zeitlichen Unterbrechung bewusst an ältere Traditionen, besonders an die griechisch-römische Antike, anzuknüpfen und sie weiterzuentwickeln versucht Meyers Großes Konversations-Lexikon 1908: Renaissance (franz., spr. rönäßāngß', »Wiedergeburt«, nämlich des klassischen Altertums) bezeichnet im weitern Sinne jede Erneuerung einer ältern Kultur (z. B. wird von einer »karolingischen R.« gesprochen), im besondern aber die Kulturperiode, die vom Mittelalter zur Neuzeit überführt und äußerlich dadurch gekennzeichnet wird, daß die Antike mit Eifer durchforscht und für das Leben nutzbar gemacht wurde. Am frühesten äußerte sich diese Tätigkeit in Italien und in bezug auf die alten Schriftsteller (vgl. Humanismus, S. 627), aber die Wiederbelebung der Antike, die Beschäftigung mit ihren Kulturleistungen, war nicht, wie es den Zeitgenossen erschien, das Eigenartige an der neuen Zeit, sondern die Überlieferung der Antike bildete nur das Material, auf das sich das Denken zunächst erstreckte, mit dem man arbeitete, während eine neue Art der Weltbetrachtung, das individualistische Denken, üblich wurde und in organischer Weiterbildung des reisen Mittelalters neue Werte erzeugte. Der Träger der neuen individualistischen Kultur, die mit der Gebundenheit des Mittelalters brach, wurde das Bürgertum, und ihre wesentlichste Äußerung besteht in der Durchgeistigung des Denkens, in der Gewöhnung zur Abstraktion. Deshalb geht die moderne Wissenschaft in allen ihren Zweigen auf die R. zurück, und die Einbürgerung eines höhern, auf geistigen Beziehungen, nicht auf zufälliger Berufsgleichheit ruhenden gesellschaftlichen Verkehrs mit persönlicher Freundschaft und Briefwechsel, gemeinsamem Kunstgenuß und gegenseitiger Anregung wird ihr verdankt. Ihren Ausgang nahm die R. von den italienischen Stadtstaaten, und Florenz bildete seit 1400 den Mittelpunkt der neuen Kulturwelt. Deutschland wurde besonders durch die Konzilien von Konstanz und Basel mit ihr bekannt, und seine besten Köpfe bemühten sich erfolgreich, ihre Errungenschaften mit dem Überlieferten zu verbinden, so daß eine bodenständige deutsche R. entstand: die vom deutschen Bürgertum beherrschte Kultur des Reformationszeitalters. Das gesamte wirtschaftliche und geistige Leben wurde dadurch umgewandelt. Der Nachahmung des klassischen Lateins in der gelehrten Literatur ging die Verwendung der Volkssprachen, zunächst in der Dichtung, dann in Chroniken und Flugschriften, parallel; die Wissenschaften sonderten sich mehr und mehr und fanden in den Universitäten unabhängige Pflegestätten, während die Theologie aufhörte, als Inbegriff aller Wissenschaft betrachtet zu werden; Erfindungen und Entdeckungen erweiterten den Horizont der Menschen und förderten die Gewöhnung an kausales Denken; die Politik begann mit Bewußtsein die Erreichung bestimmter staatlicher Zwecke als ihre Aufgabe zu betrachten; das Wirtschaftsleben aber stellte sich die Aufgabe, die Natur möglichst erfolgreich zu bezwingen und auszunutzen, um möglichst großen Gewinn zu erzielen. Durch diesen gewaltigen Umschwung in der Denkrichtung, der sich in Deutschland im 15. Jahrh. vollzog, wurden alle Lebensordnungen erschüttert, und es entstand ein revolutionärer Geist, der alles Bestehende angriff und bei ungenügender Erfahrung keine Schranken des Möglichen kannte. Die überlegene Geringschätzung gegenüber der gelten den Ordnung und das Streben, die alten bindenden Fesseln zu sprengen, brachte zugleich eine allgemeine Unsicherheit in die sittlichen Begriffe, und da neue sittliche Normen, die der individualistische Mensch in sich selbst suchen mußte und nicht mehr wie ehedem als etwas Gegebenes außerhalb seines Ich vorfand, fehlten, so herrschte eine allgemeine Unsittlichkeit, die bei den Begabtesten in schrankenlosem Streben nach Herrschaft (Machiavelli), in der Gier nach materiellem Gewinn und Lebensgenuß, höherm und niedrigerm, zum Ausdruck kam. [...] | Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 16. Leipzig 1908, S. 796-797. | Permalink: http://www.zeno.org/nid/20007338244 | Meyers Großes Konversations-Lexikon 1906: Chor (das oder der), in der kirchlichen Baukunst der Teil eines Kirchengebäudes, wo der Hauptaltar steht, und der für die Priester bestimmt ist, im Gegensatze zum Schiff, das der Gemeinde zur Versammlung dient und von jenem durch den sogen. Triumphbogen und eine aufsteigende Stufenreihe (daher auch hohes C. genannt), bisweilen auch durch Schranken (Kanzellen) abgesondert ist (s. Chorschranken). Ein bedeutend erhöhtes C. läßt stets auf das Vorhandensein einer darunter befindlichen Krypte (s.d.) schließen. Mit der Anlage des Chores begannen in der Regel die mittelalterlichen Kirchenbauten. In Dom- und Stiftskirchen sind an den Seiten des Chores die Sitze für die vornehme Geistlichkeit (s. Chorstühle) angebracht. An allen Kirchenbauten aus dem Mittelalter erscheint das C. als ein besonderer, an der östlichen Seite des Hauptbaues angebrachter, bei romanischen Kirchen gewöhnlich halbrunder, bei gotischen Kirchen fünf-, sieben- oder mehreckiger, bisweilen noch mit einem Chorumgang oder Kapellenkranz umgebener, bei deutschen Kirchen romanischen Stils auch von runden oder eckigen Türmen (Chortürmen) flankierter Anbau, der sich meist schon äußerlich durch reichere Formen auszeichnet. – Den Namen C. führt in katholischen wie in protestantischen Kirchen auch der für Sänger und Musiker bestimmte Raum vor der Orgel, gewöhnlich dem Altar gegenüber. | Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 4. Leipzig 1906, S. 93. | Permalink: http://www.zeno.org/nid/2000642340X
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