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Langobardenkönig  
DEFINITION
  • bdk: siehe König | Duden: Langobarde: Angehöriger eines westgermanischen Volkes | Meyers Großes Konversations-Lexikon 1908: Langobarden (»Langbärte«; Longobarden ist die spätere romanisierte Namensform), eine Völkerschaft suevischen Stammes, wohnte zu Anfang unsrer Zeitrechnung am linken Ufer der untern Elbe, wo der Bardengau mit Bardowiek ihren Namen bewahrt hat (s. die Karte »Germanien«, Bd. 7, S. 648). Ursprünglich hießen die L. nach einer Sage Winnili (»die Kampflustigen«). Ihre dem 7. nachchristlichen Jahrhundert angehörenden Nationalsagen sind uns zwar nicht in der ursprünglichen Form und Sprache, ooch dem Inhalt nach in der lateinisch geschriebenen Geschichte der L. von Paulus Diaconus, einem Zeitgenossen Pippins und Karls d. Gr., erhalten; sie endigt mit dem Tode Liutprands 744. In den Jahren 4–6 n. Chr. wurden sie von Tiberius als Kronprinz unterworfen, standen im Kampfe zwischen Arminius und Marbod auf des erstern Seite und führten 30 Jahre nach Marbods Niederlage den von den Cheruskern verjagten König Italicus zurück. Einige tausend L. machten sich zusammen mit andern Nordgermanen gelegentlich des großen Markomannenkriegs unter Marcus Aurelius nach Süden auf, wurden aber in Pannonien geschlagen und kehrten in die Heimat zurück. Die an der Elbe bleibenden L. gingen später in den Sachsen auf; der größere Teil des Volkes zog zu unbestimmbarer Zeit über die Mark und Böhmen nach dem Donaulande. Nach Westberg jedoch verlief die Wanderung folgendermaßen: zunächst (etwa 165 n. Chr.) nach der untern Oder hin, dann (gegen 200) nach Pommern (Scoringa) und wenig später, jedenfalls aber nach 200, über die untere Weichsel in litauische Gebiete (Galinden), wo die Namen Barterland und Bartenstein noch an den Aufenthalt der L. erinnern. Um 370 brachen die L. unter König Agelmund aus Galinden auf, überschritten die Weichsel, wurden danach (etwas nach 375) durch bulgarische Hunnen überrumpelt und trafen um 380 im Lande der Ostslawen (Anten) nördlich von den Karpathen ein. Ein Jahrhundert später, um 488, sollen nach der Zerstörung des Rugierreiches durch Odovakar die L. unter Godeoch (Godehoc) in das verlassene Rugiland eingewandert sein und nahmen hier an der Donau den arianischen Glauben an. Um 490 wurden sie von den Herulern unterworfen, stürzten aber deren Herrschaft um 510 unter ihrem Könige Tato und besetzten nun das ganze linke Donauufer von der Wachau bis an den Granfluß. Von hier breiteten sie sich unter ihren Königen Wacho, Waltari und Audoin (546) in der ungarischen Tiefebene weiter aus und wurden um 565 vom Kaiser Iustin gegen die Gepiden ausgespielt, die schließlich 566–567 durch den von den Avaren unterstützten König Alboin (um 560–572) vernichtet wurden. Ostern 568 zogen die L. unter Alboin im Bunde mit zahlreichen beutelustigen Scharen (unter andern 20,000 Sachsen) über die Alpen (Predilpaß) und eroberten innerhalb weniger Jahre den größten Teil Nord- und Mittelitaliens; Mailand fiel 4. Sept. 569. Pavia leistete dreijährigen Widerstand und wurde 572 von Alboin zur Hauptstadt erhoben. Nach der Ermordung Alboins (Ende Mai oder Anfang Juni 572) vertrieben die L. die Mörderin Rosamunde und ihren neuen Gemahl Helmechis und wählten den Herzog Kleph aus dem Stamme Beleos zum König, der jedoch nach anderthalbjähriger Regierung 574 erschlagen ward. [...] | Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 12. Leipzig 1908, S. 176-178. | Permalink: http://www.zeno.org/nid/2000697483X
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