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Lithograph  
DEFINITION
  • Duden: 2. Künstler, der Lithografien herstellt | Duden: Lithografie, Lithographie: 1. a. grafische Technik, bei der auf eine präparierte Steinplatte mit fetthaltiger Kreide oder lithografischer Tusche die Zeichnung aufgebracht und im Flachdruckverfahren vervielfältigt wird | b. Originalplatte für Stein- und Offsetdruck | 2. a. grafisches Kunstblatt in Steindruck; Kurzform: Litho | b. künstlerische Zeichnung für eine Vervielfältigung in Steindruck | Meyers Großes Konversations-Lexikon 1908: Lithographie (griech., »Steinzeichnung«, Steindruck, hierzu Tafel »Lithographischer Farbendruck«), die Kunst, eine Zeichnung mittels chemischer Kreide oder der Feder oder durch Gravieren so auf einer Steinplatte zu entwerfen, daß sie, mit Farbstoff bedeckt, abgedruckt werden kann. Sowohl dem Prinzip als dem Wesen ihrer graphischen Technik nach steht die L. zwischen dem Kupferstich und dem Holzschnitt in der Mitte. Denn während der erstere vermittelst Tiefdrucks, der zweite durch Erhabendruck reproduziert, indem dort das Bild vertieft, hier erhaben erscheint, bleibt es auf der lithograpischen Druckplatte, ausgenommen bei der Radier- und der Graviermanier, in der Ebene, von welcher der Abdruck auf chemisch-technischem Wege bewirkt wird. Die der L. eigenartige Technik ist die mit der lithographischen Kreide zeichnende Manier, die weder von dem Kupferstich und der Zinkographie noch von dem Holzschnitt erreicht, noch durch sie ersetzt werden kann. Nur in der Algraphie (s. d.) wird die Kreidezeichnung auch geübt, doch unterscheidet sich dieses Verfahren in der Hauptsache nur durch die Anwendung der Aluminiumplatten anstatt des Steines; die Gravier- und die Radiermanier der L. können auf solchen Platten nicht ausgeführt werden. Das Prinzip der lithographischen Reproduktion beruht auf der Unvermischbarkeit von Wasser und Fett. Wenn ein für das Einfangen von Wasser wie für das von Fett ebenso empfänglicher Stein an gewissen Stellen mit Fett getränkt wird, so nimmt er an diesen kein Wasser an, sondern nur Fett, während wieder die andern mit Wasser getränkten Stellen kein Fett annehmen. Entwirft man also auf dem sogen. lithographischen [616] Stein, einem dichten Kalkschiefer, nachdem derselbe glatt geschliffen ist, vermittelst der lithographischen Kreide, die aus Wachs, Seife, Hammeltalg, Salpeter und Lampenruß besteht, oder der lithographischen Tinte, die nahezu dieselben Substanzen in flüssigem Zustand enthält, und der Feder eine Zeichnung, und zwar verkehrt, und tränkt alle übrigen Stellen mit Wasser, so wird die aufgetragene Druckfarbe nur auf den bezeichneten Stellen haften, und es werden also auch nur diese beim Abdruck reproduziert. Um die Stellen des Steines, die weiß bleiben sollen, noch mehr gegen die Annahme von Farbe zu schützen, werden sie geätzt und gummiert. Das Ätzen mit verdünnter Salpetersäure reinigt die Oberfläche, erleichtert das Gummieren und trägt auch dazu bei, die alkalische Seifensubstanz der Kreide oder Tinte in einem steten Zersetzungsprozeß zu erhalten, wodurch sie für die Annahme der Druckfarbe empfindlich bleibt. Das Gummieren ist dagegen das eigentliche Schutzmittel gegen die Annahme der Farbe an den leeren Stellen. Der beste lithographische Stein wird bei Solnhofen in Bayern gebrochen, für minder seine Arbeiten werden brauchbare Steine indes auch in Nordamerika, England, Frankreich, Italien, auf der Balkanhalbinsel, in Rußland und Preußen gefunden. Die Steine werden in 5–10 cm dicke Platten geschnitten und mit Sandstein abgeschliffen. Je gleichförmiger ihre Textur ist, desto besser sind sie. Ihre Farbe ist ein gelbliches oder bläuliches Grau. Gebrauchte Steine können durch Abschleifen der Oberfläche wieder zur Aufnahme von Zeichnungen hergerichtet werden. [...] | Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 12. Leipzig 1908, S. 616-619. | Permalink: http://www.zeno.org/nid/20007008961
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