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Händler  
DEFINITION
  • Duden: 1. jemand, der als Kaufmann einen Handel betreibt | Duden: Handel: 2. a. das Kaufen und Verkaufen, Handeln mit Waren, Wirtschaftsgütern | b. Warenaustausch; Geschäftsverkehr | c. Handelsfirma, Handelsunternehmen | Meyers Großes Konversations-Lexikon 1907: Handel (lat. Commercium, franz. Commerce. engl. Commerce, Trade), im weitern Sinne jeder zur Erzielung eines Gewinnes vorgenommene Austausch von Gütern, im engern Sinne der auf Arbeitsteilung und eigner Berufsbildung beruhende gewerbsmäßige Ein- und Verkauf von Gütern, die als Gegenstände des Handels Waren genannt werden. Die Tätigkeit des Handels umfaßt auch Umpackungen, Zerteilungen, Mischungen, nicht aber sonstige wesentliche Umgestaltungen der Waren. Man unterscheidet Warenhandel, Immobilienhandel (H. mit Grundstücken, Häusern, der jedoch nicht zu den Handelsgeschäften im Sinne des Handelsgesetzbuches gehört), Effektenhandel (H. mit Wertpapieren), Geldhandel (H. mit fremden Münzsorten, Geldwechsel). Als Produktenhandel bezeichnet man den H. mit Erzeugnissen der europäischen Landwirtschaft im Gegensatz zum H. mit Kolonialwaren. Nur auf niederer Stufe der Volkswirtschaft treten diejenigen, welche Güter begehren, und diejenigen, die solche anbieten, einander unmittelbar gegenüber (Tausch-, Baratthandel); mit weiterer Entwickelung des Verkehrs dagegen bildet sich ein eigner Stand, der des Kaufmanns (s. d.), aus, der geschäftsmäßig Waren kauft, um sie wieder zu verkaufen (Kaufmannshandel). | Die volkswirtschaftliche Aufgabe des Handels ist es, die Waren örtlich und zeitlich zu verteilen und auf diese Weise Überfluß und Mangel zu begleichen. Er sucht die Ware da auf, wo sie in relativem Überfluß vorhanden, also billig ist, und verbringt sie dahin, wo einem dringendern Begehr ein verhältnismäßig kleiner Vorrat gegenübersteht, sie demnach höher bezahlt wird. Folge hiervon ist größere örtliche Ausgleichung der Preise. Hand in Hand hiermit geht die zeitliche Verteilung der Waren (An- und Verkauf zu verschiedenen Zeiten, z. B. von Kohlen, landwirtschaftlichen Erzeugnissen etc.), die zeitliche Preisausgleichung (z. B. bei verschiedenem Ernteausfall) und regelmäßige Versorgung des Marktes. Zunächst nur materiellen Interessen nachgehend, ist doch der H., indem er Verbindungen der Völker anknüpft und erhält, auch ein Vorkämpfer der Kultur. Als Bedarfshandel genügt der H. vorhandenen Bedürfnissen, als Spekulationshandel faßt er die wahrscheinliche zukünftige Gestaltung des Marktes ins Auge (z. B. nach Maßgabe der Berichte über den wahrscheinlichen Ernteausfall etc.), oder er sucht auch durch Schaustellung, Reklame etc. neue Bedürfnisse zu wecken. Die spekulative Tätigkeit des Handels ist an und für sich ein Erfordernis aller vorsorglichen Wirtschaft; freilich kann eine ungezügelte,[717] in ihren Mitteln nicht wählerische oder gar törichte Spekulation in gegebenen Fällen auch im Widerspruch mit den Interessen der Gesamtheit stehen. [...] | Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 8. Leipzig 1907, S. 717-721. | Permalink: http://www.zeno.org/nid/20006738516
BROADER CONCEPT
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ENTRY TERMS
  • Handelsherr
  • Handelsleute
  • Handelsmann
  • Handeltreibende
IN OTHER LANGUAGES
clerk

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