skip to main content

Content language

PREFERRED TERM

Concept scheme: https://vocabs.acdh.oeaw.ac.at/traveldigital/ConceptScheme

Tirolerin  
DEFINITION
  • Duden: weibliche Form zu Tiroler | Duden: Tiroler: Einwohnerbezeichnung | [Anm.: unvollständig: Einwohnerbezeichnung zu Tirol] | Duden: Tirol: 1. österreichisches Bundesland | 2. ([historische] Alpenregion im Westen Österreichs und Norden Italiens) | Meyers Großes Konversations-Lexikon 1909: Tirol (hierzu Karte »Tirol«), gefürstete Grafschaft und österreich. Kronland, bildet mit dem Kronland Vorarlberg (s. d.) ein Verwaltungsgebiet, grenzt nördlich an Bayern, östlich an Salzburg, Kärnten und Italien, südlich an Italien, westlich an Italien, die Schweiz und Vorarlberg und umfaßt 26,683 qkm (484,7 QM.), mit Vorarlberg 29,285 qkm (531,9 QM.). T. ist das gebirgigste Land Österreichs und hat Anteil an dem nördlichen, mittlern und südlichen Zuge der Alpen. Zur zentralen Gneisalpenzone gehören die nördlichen Verzweigungen der Rätischen Alpen, und zwar die Fermuntgruppe (Fluchthorn 3408 m) und die Fervallgruppe (Kuchenspitze 3170 m), ferner das gletscherreiche Massiv der Ötztaler Alpen (Wildspitze 3774 m) und der Stubaier Alpen (Zuckerhütl 3511 m), die Adamelloalpen (Presanella 3564 m), die Ortleralpen (Ortler 3902 m, der höchste Gipfel des Landes) und das Penser Gebirge (Hirzer 2785 m). Jenseit des Brenner erheben sich die Zillertaler Alpen (Hochfeiler 3523 m) und die Hohen Tauern (Großglockner 3798 m) mit ihren südlichen Vorlagerungen. Im NO. lehnen sich an die Gneisalpen das Tuxer Tonschiefergebirge (Reckner 2882 m) und die Kitzbühler Alpen (Katzenkopf 2532 m) an. Die nördliche Kalkalpenzone beginnt mit den Algäuer (Lechtaler) Alpen (Parseier Spitze 3038 m) und setzt sich in den Nordtiroler Kalkalpen mit den Gruppen des Wettersteingebirges (2968 m), des Karwendelgebirges (2756 m),[566] der Brandenberger Alpen (2296 m) und des Kaisergebirges (2344 m) fort. Der südlichen Kalkalpenzone gehören in T. insbes. die Brentagruppe (3176 m), dann östlich vom Etschtal die Vicentinischen Alpen (Cima Dodici 2331 m), die Südtiroler Dolomiten (Marmolata 3360 m), endlich an der Grenze gegen Kärnten die Karnischen Alpen (Sandspitze 2863 m) an. Vgl. auch die »Geologische Karte der Alpen« mit Textblatt. Wichtige Alpenpässe in T. sind: der Arlberg, der Brenner, Finstermünz, das Reschenscheideck, das Stilfser Joch, der Tonalpaß, der Fernpaß, der Scharnitzpaß und der Paß Strub. Das nördliche T. gehört zum Flußgebiet der Donau, ebenso der östliche Teil des Pustertals, aus dem die Drau nach Kärnten übertritt. Das übrige Land gehört zum Gebiete des Adriatischen Meeres. Der Inn betritt das Land bei Finstermünz und verläßt es unterhalb Kufstein, nachdem er die Rosanna, den Ötzbach, Sill und Ziller aufgenommen. Ganz im N. Tirols entspringen der Lech und die Isar, die aber bald nach Bayern übergehen. Der Hauptfluß des südlichen T. ist die Etsch, die links die Passer, den Eisack und den Avisio, rechts den Noce aufnimmt und bei Borghetto nach Italien übertritt. Außerdem sind von Flüssen zu nennen: im SW. die Sarca, im SO. die Brenta. Unter den Seen ist der Gardasee, dessen Spiegel nur zum Teil zu T. gehört, der größte; außer diesem gibt es nur kleinere Seen, z. B. der Achensee, der Brennersee, der See von Caldonazzo, der Loppiosee. Sehr zahlreich sind die Mineralquellen. Die besuchtesten der 82 Kurorte sind: Meran, Riva, Arco, Levico, Gries bei Bozen, Brennerbad. Das Klima Tirols ist sehr verschieden, indem die zentrale Gebirgskette eine Klimascheide bildet. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt in Innsbruck 8, in Lienz 7,5, in Trient dagegen 12,3°. Die mittlere jährliche Regenmenge beträgt in Innsbruck 872, in Meran 689, in Riva 1150 mm. | Die Bevölkerung von T. betrug 1890: 812,696, 1900: 852,712 (mit Einschluß von Vorarlberg 1890: 928,769, 1900: 981,949) Seelen und zeigt eine geringe Zunahme (jährlich 0,5 Proz.). Auf 1 qkm kommen 32 Einw., auf 1000 männliche 1017 weibliche Bewohner. Von der Bevölkerung gehören 55,5 Proz. der deutschen, 44,3 Proz. der italienischen (und ladinischen, s. Romanische Sprachen, S. 92, mit Literatur) Nationalität an; erstere bewohnt Nord- und Mittel-, letztere Südtirol (s. die »Ethnographische Karte von Österreich-Ungarn«). Im italienischen Sprachgebiet befinden sich mehrere deutsche Sprachinseln (s. unten, Literatur). Die Ladiner bewohnen hauptsächlich das Fassa-, Grödner-, Abtei- und Enneberger Tal. Die herrschende Religion ist die katholische; 1900 wurden nur 3232 Evangelische und 1008 Israeliten gezählt. Vgl. Bidermann, Die Nationalitäten in T. (Stuttg. 1886); Nabert, Das Deutschtum in T. (Münch. 1901); Baß, Deutsche Sprachinseln in Südtirol etc. (Leipz. 1901); Rohmeder, Das deutsche Volkstum in Südtirol (Wien 1898); Schindele, Reste deutschen Volkstums südlich der Alpen (Köln 1904). [...] | Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 19. Leipzig 1909, S. 566-570. | Permalink: http://www.zeno.org/nid/20007588097
URI
https://vocabs.acdh.oeaw.ac.at/traveldigital/Concept3019900
Download this concept: