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wiesbadener  
DEFINITION
  • Duden: wiesbadisch: Wiesbaden, die Wiesbadener betreffend; aus Wiesbaden stammend | [Anm.: unvollständig: Wiesbaden, die Wiesbadener betreffend; von den Wiesbadenern stammend, zu ihnen gehörend; in Wiesbaden gelegen] Duden: Wiesbaden: Landeshauptstadt von Hessen | Meyers Großes Konversations-Lexikon 1909: Wiesbaden (hierzu der Stadtplan), Hauptstadt des gleichnamigen Regierungsbezirks und Stadtkreis in der preuß. Provinz Hessen-Nassau, bis 1866 Haupt- und Residenzstadt des Herzogtums Nassau, in schöner, durch mildes Klima ausgezeichneter Gegend, am Südfuß des Taunus, 5 km vom Rhein entfernt, 116 m ü. M., ist namentlich in ihren neueren Teilen regelmäßig gebaut und besitzt eine große Anzahl prächtiger Gebäude. | Von den zu gottesdienstlichen Zwecken bestimmten Bauwerken in der Stadt (3 evangelische und 2 kath. Kirchen und 2 Synagogen) sind bemerkenswert: die neue evang. Kirche (im romanischgotischen Stil, 1853–62 von Boos erbaut), mit drei Schiffen, schönen Altargemälden und Statuen von Hopfgarten, trefflicher Orgel und Glockenspiel; die neue Bergkirche (1877–79 nach Plänen des Baumeisters Otzen unter Leitung Grisebachs errichtet); die neue evang. Ringkirche (1892–94 von Otzen erbaut); die kath. Bonifatiuskirche (1844–49 von Hoffmann im romanisch-gotischen Stil erbaut); die kath. Mariahilfkirche (1893–95 vom Dombaumeister Meckel errichtet); die englische Kirche (1865); die neue altkath. Kirche (1900 erbaut); die Synagoge auf dem sogen. Michelsberg, ein maurischer Kuppelbau (1869). Von andern Gebäuden sind zu nennen: das königliche, früher herzogliche Schloß (1837–40 erbaut); das neue Rathaus (1884–88 nach Plänen Hauberrissers im deutschen Renaissancestil ausgeführt); das Museum mit Gemäldegalerie; das Altertumsmuseum; das Naturalienkabinett und die Landesbibliothek (mit über 150,000 Bänden); das Palais Pauline (1842 im Stil der Alhambra erbaut, jetzt Stadtbesitz); das im florentinischen Stil erbaute Regierungsgebäude; das neue, prachtvolle, 1892–94 von Fellner und Helmer erbaute Hoftheater (s. Tafel »Theaterbau I«); das neue Justizgebäude (1894–97, s. Tafel »Gerichtsgebäude I«, Fig. 7); das Staatsarchiv; das Landeshaus (1905–07) etc. Ferner sind zu nennen: das neue, prächtige Kurhaus mit einem von sechs ionischen Säulen getragenen Portikus und prachtvollen Sälen (1904 bis 1907 von Professor v. Thiersch-München erbaut), dahinter die bis zur Wasserheilanstalt Dietenmühle und zur Burgruine Sonnenberg sich erstreckenden Kuranlagen, mit großem Teich und einer 36 m hohen Fontäne sowie mit den Denkmälern des Kurdirektors Heyl (1907) und Gustav Freytags (1905). Vor dem Kurhaus liegt der auf beiden Seiten von Kolonnaden flankierte Blumengarten mit zwei Teichen und der von Prachthotels eingefaßte Kaiser Friedrich-Platz mit dem Denkmal des Kaisers Friedrich (1897, modelliert von Uphues), seitlich, neben der Alten Kolonnade, das Denkmal des Dichters Bodenstedt, an der Hauptquelle, dem Kochbrunnen, die große Trinkhalle, in der Nähe derselben, auf dem Kranzplatz, eine schöne Hygieiagruppe. Seitlich der Wilhelmstraße die Anlagen des sogen. Warmen Dammes mit dem Denkmal Kaiser Wilhelms I. (1894, modelliert von Schilling) u. dem Schillerdenkmal (1905, modelliert von Uphues), nahebei das Bismarckdenkmal (1898, modelliert von Herter). Auf dem Luisenplatz das Waterloodenkmal (1865), ein Obelisk, zum Andenken an die in der Schlacht bei Waterloo gefallenen Nassauer. Sehenswert ist auch die alte römische, sogen. Heidenmauer mit dem Römertor. Unmittelbar nördlich der Stadt erhebt sich der an seiner Südseite mit Weinbergen bedeckte, sonst bewaldete Neroberg mit Anlagen, Restaurationsgebäude und Aussichtsturm, wohin eine Drahtseilbahn führt. Am Abhang des Berges steht die russisch-orthodoxe Kapelle (1855) mit dem Grab und schönen Sarkophag der 1845 verstorbenen Herzogin Elisabeth. Vor dem Neroberge zieht sich das Nerotal hin, im vordern Teile mit Anlagen, in denen das Kriegerdenkmal steht. Auch das nordwestlich gelegene Dambachtal ist mit Anlagen versehen, in denen das Freseniusdenkmal (1904) Ausstellung gefunden hat. Die Zahl der Einwohner belief sich 1905 mit der Garnison (2 Bataillone Infanterie Nr. 80 und eine Abteilung Feldartillerie Nr. 27) auf 100,953 Seelen, davon 32,801 Katholiken und 2656 Juden. [...] | Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 20. Leipzig 1909, S. 615-616. | Permalink: http://www.zeno.org/nid/20007694369
URI
https://vocabs.acdh.oeaw.ac.at/traveldigital/Concept3018500-1
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