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megarisch  
DEFINITION
  • bdk: Megaris, die Einwohner von Megaris betreffend; von den Einwohnern von Megaris stammend, zu ihnen gehörend; in Megaris gelegen | Meyers Großes Konversations-Lexikon 1908: Megăris, kleine altgriechische, von Bergen und Meer rings umschlossene Landschaft zwischen dem Korinthischen Isthmus und Attika (s. Karte »Alt-Griechenland«), ward von Attika durch die südöstlichen Ausläufer des Kithäron, und den Bach Japis, von Korinth durch das Geraneiagebirge (1370 m, heute Makryplagi) geschieden. Am Saronischen Busen erheben sich die berühmten Skironischen Felsen, über die jener der Sage nach vom Räuber Skiron unsicher gemachte schmale, von Hadrian aber verbreiterte, gefährliche Weg (jetzt Kaki-Skala, »schlimmer Paß«) aus Megara nach Korinth führte. Die Megarer trieben bedeutende Schafzucht und verfertigten aus der Wolle grobe Mäntel. Getreide brachte das Land wenig hervor, dagegen viel Gemüse, Knoblauch, Zwiebeln und Feigen. Die Produkte aus dem Mineralreich waren seiner weißer Ton, weißer Muschelmarmor und Seesalz. Die Megarer trieben frühzeitig bedeutende Schifffahrt und Handel und gründeten viele Kolonien, wie Megara (Hybläa) in Sizilien, Herakleia am Pontos, Chalcedon, Byzanz etc. Durch die Dorisierung des vorher ionischen und zu Attika gehörigen Ländchens wurde der Zwiespalt mit Athen hervorgerufen, welch letzteres M. im Peloponnesischen Krieg arg mitnahm. Die Megarer standen bei den Athenern im Rufe der Plumpheit und Sittenlosigkeit. Hauptstadt war Megara (s. d. 1). | Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 13. Leipzig 1908, S. 544. | Permalink: http://www.zeno.org/nid/20007069839 | Meyers Großes Konversations-Lexikon 1908: Megăra, 1) uralte, von Karern gegründete Hauptstadt der altgriech. Landschaft Megaris, der Insel Salamis gegenüber, bestand aus drei Teilen: der alten Burg Karia, der neuern, westlich davon gelegenen, von Alkathoos erbauten und nach ihm benannten Burg und der am südlichen Fuß beider gelegenen Stadt, wozu noch die Hafenstadt Nisäa mit der davorliegenden befestigten (jetzt landfesten) Insel Minoa kam, zu der seit 455 lange Mauern hinabführten. Die Burg Karia enthielt den Tempel der Demeter, das Megaron; in der Stadt befanden sich Tempel des olympischen Zeus, des Dionysos und der Aphrodite, das Heroon des Alkathoos etc. In M. hatte die Philosophenschule des Eukleides ihren Sitz. Stark befestigt und bis auf den Peloponnesischen Krieg mächtig, sank M. später infolge der unaufhörlichen Überfälle der Athener mehr und mehr, um im 5. Jahrh. n. Chr. ganz zu verschwinden. Vgl. Fr. Cauer, Parteien und Politiker in M. und Athen (Stuttg. 1890). Das neue M. ist Hauptstadt einer Eparchie im Nomos Attika mit (1896) 6442 (Gemeinde 6529) Einw. – 2) M., mit dem Zunamen Hybläa, Stadt auf der Ostküste von Sizilien, nördlich von Syrakus, um 725 v. Chr. von Doriern aus Megara gegründet, berühmt durch ihren Honig. Um 483 durch Gelon unterworfen, sank sie zur syrakusischen Landstadt herab. Mauerreste zwischen den Flüssen S. Gusmano und Cantara. | Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 13. Leipzig 1908, S. 544. | Permalink: http://www.zeno.org/nid/20007069804
URI
https://vocabs.acdh.oeaw.ac.at/traveldigital/Concept3015800-1
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