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Karthager  
DEFINITION
  • Duden: Einwohnerbezeichnung zu Karthago | Duden: Karthago: phönizische Stadt in Nordafrika | Meyers Großes Konversations-Lexikon 1907: Karthāgo (bei den Griechen Karchēdon, phönikisch Kartha-hadatha oder abgekürzt Karthada, »Neustadt«), im Altertum berühmte Stadt in Zeugitana auf der Nordküste von Afrika, im Innern eines Meerbusens, war zum größten Teil von dem Tunesischen See und dem Meer umflossen und hing mit dem Festland nur durch einen 4 km breiten Isthmus zusammen. Ihr ältester Teil war die 60 m hohe Burg, Byrsa genannt, um die herum die Stadt allmählich erwuchs. Gegen die Seeseite hin, wo das Ufer steil abfiel, ward K. durch eine einfache, gegen die Landseite hin aber durch zwei vorliegende Befestigungslinien und eine 14 m hohe und 9 m breite Mauer geschützt, die mehrstöckig war und in ihrem Erdgeschoß Stallungen für 300 Kriegselefanten, im obern für 4000 Pferde und Unterkunft für 24,000 Mann enthielt. Nach neuern Berechnungen betrug der Umfang der Stadt etwa 24 km. Auf dem höchsten Punkte der Byrsa befand sich der vornehmste Tempel Karthagos, der des Esmun (Asklepios). Die Stadt hatte zwei Seehäfen, die im SO. lagen und durch einen 70 Fuß breiten Kanal miteinander verbunden waren. Der äußere war für Kauffahrteischiffe bestimmt. Der innere oder der Kriegshafen hieß nach einer inmitten desselben sich erhebenden Insel Kothon. Auf letzterer lagen die Zeughäuser, und rings um sie her war Platz für 220 Kriegsschiffe. In der Nähe des letztern Hafens befand sich der Marktplatz. Nordwestlich von der Byrsa auf einer flachen Höhe lag ein besonderer, neuerer Stadtteil, Magalia (»Höhe«) genannt, von der Altstadt durch eine Zwischenmauer getrennt und durch eine 75 km lange Leitung mit Wasser versehen. [...] | Die Bevölkerung der Stadt soll sich beim Anfang des dritten Punischen Krieges auf 700,000 (?) Menschen belaufen haben. Nach ihrer Zerstörung 146 v. Chr. (s. unten) von Augustus wieder aufgebaut, wurde sie bald wieder so bedeutend, daß sie bis zu ihrer Eroberung durch die Wandalen eine der ersten Stellen unter den Städten des römischen Reiches einnahm. Im Mittelalter wurden die Marmortrümmer nach allen Seiten hin, selbst nach Italien, verschleppt; daher zeigt die weite Strecke, über die sich die Stadt ausbreitete, nur noch einzelne, aber mitunter kolossale Bautrümmer; am besten erhalten sind die alten Zisternen und die Reste einer römischen Wasserleitung. [...] | Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 10. Leipzig 1907, S. 685-688. | Permalink: http://www.zeno.org/nid/20006874010
URI
https://vocabs.acdh.oeaw.ac.at/traveldigital/Concept3014000
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