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Damaszener  
DEFINITION
  • Duden: Einwohnerbezeichnung zu Damaskus | Duden: Damaskus: Hauptstadt von Syrien | Meyers Großes Konversations-Lexikon 1906: Damaskus (arab. esch Scham, auch Dimischk), Hauptstadt der asiatisch-türk. Provinz Syrien, fünftgrößte Stadt des osmanischen Reiches, in entzückender Lage am östlichen Fuß des Antilibanon, 690 m ü. M., in weiter, fruchtbarer Ebene (El Ghuta, mit 134 Dörfern), die von den Orientalen als das schönste der vier irdischen Paradiese gepriesen wird. Der Barada (Chrysorrhoas) durchströmt in mehreren Armen die Stadt, bewässert die stundenweit ausgedehnten Gärten und Felder und verliert sich endlich gegen O. hin in Sümpfen. Die von alten Mauern mit Türmen und Gräben umgebene Stadt hat neun Tore und krumme, staubige, unsaubere Straßen. Die schnurgerade, 1,6 km lange Hauptstraße soll dieselbe sein, die in der Apostelgeschichte (9,11) als die »gerade« erwähnt wird. Im übrigen hat D. trotz seines hohen Alters nur wenig Altertümer aufzuweisen. Unter den zahlreichen Moscheen (angeblich 248) ist die berühmteste die Moschee der Omaijaden oder die Große Moschee, ursprünglich eine Kirche des heil. Johannes, die an der Stelle eines heidnischen Tempels errichtet und später von Welid (705–715), dem sechsten Kalifen des Hauses der Omaijaden, in das jetzige, durch seine Pracht und Schönheit ausgezeichnete Wunderwerk arabischer Baukunst umgewandelt wurde. Von den drei Minarets genießt »Mâdinet'-Isâ« besondere Verehrung wegen der Sage, daß am Jüngsten Tage Jesus sich auf dieses Minaret vom Himmel herablassen werde. Das größte Heiligtum der Moschee ist die Kapelle, wo das Haupt Johannis des Täufers ruhen soll, obschon es zur Zeit des byzantinischen Reiches nach Konstantinopel gebracht wurde. An nichtmohammedanischen Gotteshäusern besitzt D. 14 Synagogen, je eine griechische, maronitische, syrische und armenische Kirche, dazu 3 römisch-katholische Klöster. Merkwürdig ist die umfangreiche, 1219 erbaute Zitadelle im NW. der Stadt. Die Basare von D. (über 30 an der Zahl), die originellsten im Morgenland, ziehen sich in unendlichen Verzweigungen bedeckter Passagen um die Moschee der Omaijaden herum. In ihnen findet man Chane, wo sich der Großhandel konzentriert, eine Börse, Bäder, Kaffeehäuser und Brunnen. Im N., W. und S. breiten sich vor den Toren drei große Vorstädte aus; die bedeutendste ist die südliche, der Meidan. Die Zahl der Einwohner beträgt etwa 154,000, bestehend aus 7000 Juden und 10,000 Christen (Armeniern, Griechen etc.), im übrigen aus fanatischen Mohammedanern. Vor dem großen Christengemetzel 1860 zählte man 32,000 Christen. Industriell ist D. berühmt durch Backwaren, Rosenöl, Seidenmanufakturen, Arbeiten in ziseliertem Metall und inkrustiertem Holz. Der schwere Damast wird zwar noch hier verfertigt, jedoch von ähnlichen Fabrikaten in Westeuropa übertroffen. Die Anzahl der Webstühle für seidene Zeuge und gemischte Baumwolle wird auf 8765 angegeben. Ferner werden Gold- und Silberfäden und-Stoffe, Sattelzeug, feine Öle, Parfümerien, Balsame, Teppiche etc. verfertigt. Von Bedeutung sind Gerberei, Seilerei, Stärke- und Albuminfabrikation. Ehe Tamerlan die Waffenschmiede von D. nach Samarkand fortführte,[433] hatten auch seine Säbelklingen Weltruf. Auch die Garküchen von D. (etwa 400) sind nicht zu vergessen. Der Handel der Stadt, der über Beirut (Eisenbahn von 147 km Länge) geht, sinkt unaufhaltsam. Eingeführt werden namentlich Reis, Holz, Eisen, Salz, Zucker, Petroleum, baumwollene und wollene Stoffe, Kram- und Kurzwaren, ausgeführt vor allem Mehl, Aprikosenteig, Wolle, Getreide, Früchte, Süßholz, Schafbutter, Gewebe. Die Eisenbahn beförderte 1899: 90,903 Ton. Waren. Die große Pilgerkarawane für Mekka sammelt sich hier alljährlich im September. Von der projektierten Bahn D.-Mekka ist eine ca. 95 km lange Teilstrecke im Betrieb. D. ist Sitz eines deutschen Konsuls. [...] | Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 4. Leipzig 1906, S. 433-434. | Permalink: http://www.zeno.org/nid/20006461956
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  • Damascener
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