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Belgrader  
DEFINITION
  • Duden: Einwohnerbezeichnung | [Anm.: unvollständig: Einwohnerbezeichnung zu Belgrad] | Duden: Belgrad: Hauptstadt von Serbien; Beograd | Meyers Großes Konversations-Lexikon 1905: Belgrad, 1) (serb. Beograd, »weiße Burg«, ungar. Nandor-Fejérvár) befestigte Haupt- und Residenzstadt des Königreichs Serbien, 73 m ü. M., an der Vereinigung von Donau und Save und an der von Budapest nach Konstantinopel, bez. Salonichi führenden Eisenbahn, so daß sie die Wasser- und Landverbindungen nach allen vier Himmelsrichtungen hin beherrscht. Die gut armierte Festung zerfällt in die obere Festung mit Kommandantur (früher Residenz des Paschas), einigen Kasernen, Militärhospital und bombenfesten Kasematten, in denen Sträflinge untergebracht sind, und in die untere Festung mit großen Magazinen und Kasernen. Hart an der Donau steht der Turm Nebojse. Zwischen Festung und Stadt liegt der gegen 200 m breite Kalimejdan, ein früher wüster, jetzt in einen schönen Park umgewandelter Raum. B. wird in sechs Bezirke eingeteilt. Das alte Türkenviertel Dortschol ist fast ganz verschwunden; gerade Straßen durchkreuzen es. B. war bis 1862 mit Wällen umgeben, durch die fünf Tore in die eigentliche Stadt führten. Unweit des schönsten dieser Tore, des 1868 niedergerissenen Stambul Kapu, steht das 1871 eröffnete Nationaltheater und ihm gegenüber seit 1882 das eherne Denkmal des Fürsten Michael Obrenowić III. Außer einer alten Kirche in der obern Festung hat B. noch 4 griechisch-katholische und eine evang. Kirche, eine kath. Kapelle, 2 Synagogen und eine Moschee. Die Zahl der Einwohner beträgt (1900) 69,097, davon 39,659 Männer und nur 29,438 Frauen. Die Industrie ist ganz unbedeutend, dagegen ist B. Sitz des Handels zwischen Serbien und Österreich-Ungarn und vermittelt den lebhaften Transitverkehr zwischen Österreich und der Türkei. Zum Aufschwunge des Handels tragen viel die privilegierte serbische Nationalbank und die Kreditbank bei. Die Donaudampfschiffahrtsgesellschaft, die Österreichische Staatseisenbahngesellschaft und eine serbische[605] Dampfschiffahrtsgesellschaft haben ihre Agenturen in B. An Lehranstalten bestehen: eine Universität, ein theologisches Seminar, 3 Gymnasien, eine Realschule, eine Lehrerbildungsanstalt und eine höhere Mädchenschule. In der Universität sind die Nationalbibliothek und das Museum (mit einer reichen Münzsammlung) untergebracht. B. ist Sitz eines deutschen Berufskonsuls. Zur leichtern Verbindung der entfernten Stadtteile dient die 1892 eröffnete Pferdebahn (jetzt elektrischer Betrieb) einer französisch-serbischen Gesellschaft, die auch die elektrische Beleuchtung der Stadt durchgeführt hat. 5 km westlich von B. die Eisenbahnstation Toptschider mit königlicher Sommerresidenz, schönen Parkanlagen und einem Wildgarten. | Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1905, S. 605-606. | Permalink: http://www.zeno.org/nid/20006309666
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