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Marokkaner  
DEFINITION
  • Duden: Einwohnerbezeichnung zu Marokko | Duden: Marokko: Staat in Nordwestafrika | Meyers Großes Konversations-Lexikon 1908: Marokko (von den Arabern Maghrib el Aksa, »der äußerste Westen«, oder El Gharb el Djoani genannt), Sultanat im NW. Afrikas, zwischen 27–36° nördl. Br. und 0–13° östl. L., im N. vom Mittelländischen Meer, im W. vom Atlantischen Ozean, im O. von Algerien und im S. von der Sahara begrenzt (s. Karte »Algerien, Marokko und Tunis«, im 1. Bd.). Nach der letzten Richtung hin ist die Grenze aber ganz unbestimmt. Von dem ganzen auf etwa 800,000 qkm berechneten Gebiet sind aber nur 456,000 qkm dem Sultan von M. wirklich untertan, nämlich das Beled el Machzen (»Land der Konskription«) genannte Gebiet, bestehend aus dem ehemaligen Königreich Fes mit Tanger und Tetuan, dem eigentlichen Königreich M., dem Sus an der Küste südlich vom Kap Ghir, die Oasen Tafilelt und Figig und das Land Udjda im NO. Dagegen heißen Beled es Siba die Regionen, deren verschiedene Stämme Steuern und Militärdienst verweigern und nur gelegentlich unterworfen werden: das Er Rif am Mittelmeer von Melilla bis Tetuan, die zentralen Teile des Atlas und im S. von Udjda das Territorium, dessen Mittelpunkt der Schott Tigri bildet. Tidikelt, Tuat, Gurara und andre Oasen der Sahara erkennen höchstens die religiöse Oberhoheit des Sultans an (vgl. Machzen). [...] | [Bevölkerung.] Die Zahl der Bewohner wurde von Tissot auf 12, von Rohlfs auf 6,5, von Lenz auf 8 Mill., nach den neuesten Berechnungen auf 7 Mill. geschätzt. Davon zählen die Berber (s. d.), die in Amazirghen, Schelluh (Schloh) und Kabylen zerfallen, gegen 4 Mill., die als Eroberer ins Land gekommenen Araber (s. Tafel »Afrikanische Völker I«, Fig. 3) nebst den ihnen eng verwandten, aus Spanien vertriebenen Mauren gegen 3 Mill., die aus Spanien, Portugal, Frankreich, England und Holland im 13.–15. Jahrh. vertriebenen Juden 100–150,000, die Neger (größtenteils Sklaven, die den Typus der Bevölkerung stark beeinflussen) 200,000, die Europäer, meist Spanier und Franzosen in den Hafenplätzen, 4000–5000. Die Berber bewohnen in zwei Stämmen den Atlas und die südlichen Abhänge desselben und sind nur dem Namen nach dem Sultan untertan. Die Araber (bisher ziemlich rein erhalten) sind Nomaden, die Mauren dagegen in den Städten eine veredeltere Rasse, am meisten der Zivilisation zugänglich (Schriftgelehrte, Richter, Paschas, Notare, überhaupt die Beamten, auch Kaufleute). Die Juden, meist den reichern Gesellschaftsschichten der Hauptstädte, besonders der Küstenstädte, angehörend, sind Bankiers, Händler und Handwerker, dabei aber verachtet und beständig verfolgt. Eigentliche Landessprache ist das Arabische, die Stämme des Atlas und des Südens sprechen das Schlöch, die Neger das Guenagui, die Juden unter sich Hebräisch. Religion ist der Islam; der Großscherif von Fes (zugleich Großmeister des mächtigen Ordens von Mulei Tajeb) hat eine Macht, die der des Sultans nahekommt und sich bis Ägypten erstreckt. [...] | Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 13. Leipzig 1908, S. 337-343. | Permalink: http://www.zeno.org/nid/20007055641
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