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Tamile  
DEFINITION
  • Duden: Angehöriger eines vorderindischen Volkes | Meyers Großes Konversations-Lexikon 1909: Tamulen, höchststehender Zweig der Drawida, der in der vorderindischen Landschaft Karnatik (s. d. 1)[303] zwischen Madras und Kap Comorin, auch im nördlichen Ceylon wohnt, in kleinern Gruppen als Kling (s. d.) oder Kalinga in den Seestädten Hinterindiens und Indonesiens verbreitet ist. Die Zahl der T. beträgt in Britisch-Indien (1901) 16,525,500, davon in Madras allein 15,224,447; dazu kommen in Ceylon 750,000, in Ponditscherri und Karikal 200,000, in den Straits Settlements 53,500. Die T. sind meist unter Mittelgröße und von dunkler Hautfarbe; sie haben angenehme, aber etwas grobe Züge, weiches, lockiges Haar und große dunkle Augen (s. Tafel »Ostindische Kultur I«, Fig. 3). Die Sprache der T. (Tamil oder Tamulisch) wird von 14,8 Mill. Menschen gesprochen; sie besitzt eine eigne, aus dem Sanskritalphabet abgeleitete Schrift, dazu eine reichhaltige, alte Literatur und ist die reichste, am höchsten entwickelte und am frühesten kultivierte der Drawidasprachen. Ihre Literatur reicht mit ihren ältesten Denkmälern bis ins 10. Jahrh. n. Chr. zurück und enthält neben zahlreichen Übersetzungen aus den Sprachen des nördlichen Indien auch ausgezeichnete eigne Werke. Ihr berühmtestes ist der »Kural« (»Kurzzeiter«) von Tiruvalluvar, ein gnomisches Gedicht von 1330 kurzen Strophen, mit Sprüchen über die sittlichen Ziele des Menschen, voll zarter und wahrer Gedanken, aber ganz mit den Ideen des Buddhismus durchtränkt. Ausgaben des Gedichtes von Graul mit lateinischer Übersetzung in der »Bibliotheca tamulica« (Leipz. 1854–65, 4 Bde.) und von Pope (Lond. 1886); Proben tamulischer Dichtung gab in metrischer Übersetzung R. C. Caldwell (im »Indian Antiquary«, 1872). Eine Grammatik lieferte J. Lazarus (Lond. 1879), ein Elementarbuch Pope (7. Aufl., das. 1906); tamil-englische Lexika: Rottler (Madras 1834 bis 1841) und Winslow (das. 1862). Über die tamulische Schrift vgl. Burnell (in »Elements of South-Indian palaeography«, 2. Aufl., Lond. 1878) und Bühler, im »Grundriß der indoarischen Philologie«, Bd. 1 (Straßb. 1896). Vgl. auch Graul, Reise nach Ostindien (Leipz. 1854–56, 5 Bde.); Gehring, Südindien, Land und Volk der T. (Gütersl. 1899); Suau, L'Inde tamoule (Tours 1901). | Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 19. Leipzig 1909, S. 303-304. | Permalink: http://www.zeno.org/nid/20007560532
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  • Tamule
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https://vocabs.acdh.oeaw.ac.at/traveldigital/Concept2012200
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