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Oudh-Leute  
DEFINITION
  • Meyers Großes Konversations-Lexikon 1905: Audh (Oudh, Oude, spr. aud), Teil der Nordwestprovinzen des britisch-ind. Kaiserreichs (s. Karte »Ostindien«), zwischen Ganges und Nepal, 63,983 qkm groß mit (1891) 12,650,831 Einw. (11,016,209 Hindu, 1,620,930 Mohammedaner, 9316 Christen). Das fast ganz ebene Land wird durchflossen von den schiffbaren Nebenflüssen des Ganges: Gogra und Gumti. Zahlreiche große und kleine Seen sind Über das Land zerstreut. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 25°; die jährliche Regenmenge wechselt zwischen 710 und 960 mm. Die wilden Tiere sind meist ausgerottet, doch finden sich noch Leoparden, Wölfe, Nylgaus, Autil open, verwildertes Rindvieh, zahlreiches wildes Geflügel, Giftschlangen. Ackerbau ist die Hauptbeschäftigung, ihm sind 3,549,480 Hektar gewidmet; Hauptprodukte sind Reis, Weizen, Mohn, Ölsaat, Zuckerrohr, Baumwolle, Indigo, Tabak. Künstlich bewässert werden 1,003,004 Hektar. Der Viehstand betrug 1890: 135,869 Pferde, 62,599 Maultiere und Esel, 5,770,271 Rinder, 1,191,715 Büffel u. 1,698,556 Schafe und Ziegen. Der Fischerei dienen 2954 Boote. Waldungen mit wertvollen Holzarten finden sich an der Nordgrenze; die staatlichen Waldungen bedecken 2800 qkm. Der früher starken Salzgewinnung ist aus fiskalischen Gründen ein Ende gemacht worden; andre wertvolle Mineralien finden sich nicht. Die Industrie (Indigobereitung, Gold- und Silberarbeiten, Musselinweberei, Stickerei) ist unbedeutend, der Handel (auch mit Nepal) lebhaft. Die Rohilkand-A.-Eisenbahn steht mit der am Südufer des Ganges hinziehenden East Indian-Eisenbahn in Verbindung, eine dritte Linie durchschneidet die Provinz von S. nach N. A. steht seit 1877 unter dem Gouverneur der Nordwestprovinzen, der jedoch seine Erlasse für A. als Oberkommissar von A. zeichnet, das auch meist eigene Verwaltung hat. A. ist eingeteilt in vier Divisionen (Lakhnau, Sitapur, Faizabad, Rai Bareli) zu je drei Distrikten. Hauptort ist Lakhnau. – A., das Pantschalâ in Manus Gesetzbuch, ist in der altindischen Geschichte ein blühendes Königreich und wurde im 6. Jahrh. v. Chr. der Schauplatz der Predigten des Buddha und seiner Schüler (s. Buddhismus). Jahrhundertelang treu dem neuen Glauben, wurde A. mehrfach verwüstet; 1194 n. Chr. erhielt es mohammedanische Könige (Ghôriden) und war dann lange eine Provinz des Mogulreichs. 1760 schwang sich der Wesir Sodschah ed-dauleh zum Herrscher auf und vererbte die Würde. Zwei Jahrzehnte später wurden Truppen der Ostindischen Kompagnie in A. aufgestellt, die Abgaben des Radscha an die Kompagnie neu geordnet und 1801 auf 1,35 Mill. Pfd. Sterl. erhöht. Die Radschas Mohammed Ali (1837–42), Amdschad Ali Schah (1842–47) und Wayid Ali Schah (seit 1847) waren schiitische Moslems. Seit 1842 wurde die Regierung vernachlässigt, das Land vom Hof ausgesogen. Am 7. Febr. 1856 verkündete der englische Generalgouverneur Lord Dalhousie die Einverleibung des Königreichs. Wegen der Willkür der Engländer bei der Regelung der Grundabgabe der Talukdars (Großgrundbesitzer) brach der Militäraufstand von 1857 (s. Ostindien, Geschichte) aus; danach gab Lord Canning (s. d. 2) den Talukdars die Hälfte der ihnen genommenen Grundrente zurück. Vgl. Orlich, Indien, Bd.: (Leipz. 1859); C. Irwin, The garden of India. History and affairs of A. (Lond. 1880). | Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1905, S. 78. | Permalink: http://www.zeno.org/nid/20006266665
URI
https://vocabs.acdh.oeaw.ac.at/traveldigital/Concept2010100
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