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Allgemeine Sammelbezeichnungen > sarazenisch > saracenisch-mittelalterlich
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saracenisch-mittelalterlich  
DEFINITION
  • bdk: siehe sarazenisch | Duden: 1. mittelalterlich: zum Mittelalter gehörend, daraus stammend, es betreffend | Duden: Mittelalter: 1. Zeitraum zwischen Altertum und Neuzeit (in der europäischen Kultur); Abkürzung: MA. | Meyers Großes Konversations-Lexikon 1908: Mittelalter (lat. Medium aevum, franz. Moyenâge, engl. Middle-age), der große Zeitraum der Geschichte, der zwischen dem klassischen Altertum und der neuern Zeit liegt, und dessen Dauer vom Untergang des weströmischen Reiches (476) oder schon vom Beginn der großen Völkerwanderung (um 375) an bis zur Entdeckung von Amerika (1492), wohl auch bis zum Beginn der deutschen Reformation (1517) angenommen wird. Der Name M. ist als die Bezeichnung einer Übergangsperiode von der antiken, zuletzt im römischen Reich geeinigten Welt zu dem jetzigen Staatensystem aufzufassen. Er ist geprägt von Georg Horn (s. Horn 1), namentlich aber von dem Hallenser Professor Christoph Cellarius (gest. 1707), dessen Handbücher der »Historia antiqua«, »Historia medii aevi«, »Historia nova« sehr beliebt waren und vielfach aufgelegt wurden. Neuerdings hat man gegen die Bezeichnung M. sowohl wie gegen die damit zusammenhängende Periodisierung des geschichtlichen Stoffes mehrfach theoretische und praktische Einwendungen erhoben, ohne daß es gelungen wäre oder voraussichtlich gelingen wird, sie wirklich aus der Praxis zu verdrängen. Selbstverständlich ist die Einteilung in drei große Perioden nur vom Standpunkt der abendländischen Geschichtsforschung aus vorgenommen und nur auf die Geschichte der abendländischen Völker ohne weiteres anwendbar. Schon für die Geschichte des europäischen Orients, der griechisch-byzantinischen Kultur und für die Völker des Islams bedarf sie der Modifikation, und unter ganz andre Gesichtspunkte fällt die Geschichte der Neuen Welt. Aber vom Standpunkt der abendländischen Geschichtschreibung aus ist jene Einteilung nicht nur äußerlich zweckmäßig, sondern hat auch innere Berechtigung insofern, als die etwa tausendjährige Periode des Mittelalters sowohl auf dem Gebiete der politischen wie auf dem der Kulturgeschichte der abendländischen Völker im großen und ganzen einen einheitlichen, von der vorangehenden Zeit des Altertums wie von der folgenden Periode der Neuzeit sich scharf unterscheidenden Charakter trägt. Ihren Höhepunkt erreicht die mittelalterliche Kultur im 12. und 13. Jahrh. Damals ist in allen abendländischen Staaten das Lehnssystem zu vollständiger Herrschaft gelangt; in der Kirche ist die absolute Monarchie des Papsttums vollendet und hat das Übergewicht über alle weltlichen Gewalten erobert; an der gewaltigen Bewegung der Kreuzzüge nehmen alle Völker teil; der Ritterstand bildet einen allen gemeinsamen, internationalen Adel; in den geistlichen Ritterorden sind alle Nationen verbrüdert; Dichtung und Wissenschaft sowie die bildenden Künste, insbes. die Architektur (auch diese mehr oder weniger international), haben die höchste Blüte erreicht. Mit dem Anfang des 14. Jahrh. beginnt die Auflösung des mittelalterlichen Systems, die sich bis zum Ende des nächsten Jahrhunderts vollendet. Vgl. Stieve, Die Perioden der Weltgeschichte (in seinen »Abhandlungen, Vorträgen und Reden«, Leipz. 1900).[915] | Allgemeine Darstellungen der Geschichte des Mittelalters schrieben unter anderm Rühs (Berl. 1816), Henry Hallam (s. d.), Rehm (Marb. 1820–34, 3 Bde.), Tillier (2. Ausg., Frankf. 1833), Leo (Halle 1830, 2 Bde., und im 2. Band seiner »Universalgeschichte«, 3. Aufl., das. 1851), Kortüm (Bern 1836, 2 Bde.), H. Rückert (Stuttg. 1853), Aßmann (2. Aufl., Braunschw. 1875–91, 3 Bde.; Bd. 3 in 3. Aufl. 1902), H. Prutz (Berl. 1885–87, 2 Bde.), Pflugk-Harttung (als 4. Bd. von Grotes »Allgemeiner Weltgeschichte« das. 1889), Fortsetzung von H. Prutz (Bd. 5 u. 6, das. 1892); Loserth (»Geschichte des spätern Mittelalters«, Münch. 1903). Vgl. Chevalier, Répertoire des sources historiques du moyen-âge, Teil 1 (neue Ausg., Par. 1903); Potthast, Bibliotheca historica medii aevi (2. Aufl., Berl. 1895–96, 2 Bde.); Österley, Historisch-geographisches Wörterbuch des deutschen Mittelalters (Gotha 1883); Knüll, Historische Geographie Deutschlands im M. (Bresl. 1903); Ebert, Allgemeine Geschichte der Literatur im M. (Leipz. 1874–87, 3 Bde.; Bd. 1 in 2. Aufl. 1889); Reuter, Geschichte der religiösen Aufklärung im M. (Berl. 1875–77, 2 Bde.); v. Eicken, Geschichte und System der mittelalterlichen Weltanschauung (Stuttg. 1887); Kleinpaul, Das M. (illustriert, Leipz. 1893–95, 2 Bde.); Grupp, Kulturgeschichte des Mittelalters (Stuttg. 1894–95, 2 Bde.); Löher, Kulturgeschichte der Deutschen im M. (Münch. 1891 bis 1894, 3 Tle.); E. Mayer, Mittelalterliche Verfassungsgeschichte (Leipz. 1899, 2 Bde.); »Archiv für Literatur und Kirchengeschichte des Mittelalters« (hrsg. von Denifle und Ehrle, Berl., dann Freiburg 1885 ff.); »Le moyen-âge. Bulletin mensuel d'histoire et de philologie« (Par. 1888 ff.). | Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 13. Leipzig 1908, S. 915-916. | Permalink: http://www.zeno.org/nid/20007097093
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