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Mensch  
DEFINITION
  • Duden: 2. menschliches Lebewesen, Individuum | Meyers Großes Konversations-Lexikon 1908: | Mensch (Homo sapiens L.), das höchst entwickelte irdische Wesen, das alle verwandten Lebewesen in geistiger Hinsicht bei weitem überragt, ohne jedoch von ihnen durch tiefer gehende körperliche Unterschiede getrennt zu sein. Denn der M. bietet den Typus der Wirbeltiere und im besondern der Säugetiere dar, mit denen er das warme Blut, den doppelten Kreislauf, Lungenatmung, Behaarung, Erzeugung lebendiger Jungen und Ernährung derselben durch ein von den Brustdrüsen abgesondertes Sekret (Milch) und doppelte Hinterhauptsgelenkhöcker (s. Tafel »Skelett des Menschen II«, Fig. 4) gemeinsam hat. Der M. besitzt also den gleichen Bau und dieselben Organe wie die höhern Tiere, wenngleich hinsichtlich deren Form mehr oder weniger deutliche Unterschiede vorhanden sind. Im Vergleich zu den dem Menschen in der Tierreihe am nächsten stehenden menschenähnlichen Affen (Anthropoiden) sind diese Unterschiede noch unbedeutender. Fundamentale Unterschiede zwischen beiden Gruppen gibt es eigentlich nur zwei, bez. nur einen, denn der erstere ist nur die Folge des zweiten; das ist der aufrechte Gang des Menschen und[603] seine mächtige Gehirnentwickelung. Nur der M. ist imstande, sich aufrecht zu halten; der Anthropoide geht zumeist auf allen vieren, und wenn er einmal sich aufrecht zu halten versucht, vermag er dieses nur auf kurze Zeit und in beschränktem Maße (mit nicht durchgedrückten Knieen). Der aufrechte Gang des Menschen wird durch die Lage des Hinterhauptloches am Grunde des Schädels bedingt; diese Erscheinung ist wiederum eine Folge der Abknickung des Schädelgrundes. Durch das übermäßige Wachstum des Gehirns, im besondern des Vorder- oder Großhirns (das menschliche Gehirn ist dreimal so groß wie das des Anthropoiden), wurde die Schädelbasis nach unten scharf abgeknickt, und das Hinterhauptloch kam nach unten zu liegen. Mit dem aufrechten Gang stehen Veränderungen seines Baues und der Entwickelung von Knochen und Muskeln im Zusammenhang, wie die ausladende (schaufelähnliche) Form des Beckens, die schlangenförmige Krümmung der Wirbelsäule (Konvexität des Hals- und Lendenabschnittes, Konkavität des Brust- und Kreuzabschnittes), die starke Entwickelung der Gefäß- und Wadenmuskulatur, die Wölbung des Fußes und die Unfähigkeit, die große Zehe den übrigen Zehen entgegenzustellen, das Überwiegen des Gehirn über den Gesichtsschädel, wodurch das Gesicht mehr oder weniger senkrecht unter die geräumige Schädelkapsel zu liegen und die schnauzenähnliche Bildung des Oberkiefers in Fortfall kommt. Für die Beurteilung der Stellung des Menschen in der Natur sind diese Unterschiede geringfügig. Mit vollem Recht reiht man daher den Menschen dem Tierreich ein und stellt ihn zusammen mit den Affen in die Ordnung der Primaten (Hochtiere). Die früher übliche Trennung der beiden Gruppen in Bimana (Zweihänder) und Quadrumana (Vierhänder) ist naturwissenschaftlich unberechtigt. Über den Bandes Menschen s. die folgenden Artikel mit Tafeln: Skelett, Bänder, Muskeln, Nerven, Blutgefäße, Kehlkopf, Mund, Eingeweide, Auge, Ohr. [...] | Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 13. Leipzig 1908, S. 603-609. | Permalink: http://www.zeno.org/nid/20007075669
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